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Gerhard Stalling, Druck und Verlag >Seite 1 von 9

Der Name Gerhard Stalling ist untrennbar mit der Druckereigeschichte Oldenburgs verbunden.

Die Geschichte beginnt mit Graf Johann XVI. der in Oldenburg eine Offizin (Druckerei) einrichtete und dafür einen Buchdrucker bestellte. 1599 erschien das erste im Oldenburg gedruckte Buch der
"De kleene Catechismus" von Martin Luther. Unmittelbar darauf folgte die "Hamelmann'sche Chronik".
Ein Werk das heute unverzichtbar für die Geschichtsschreibung Oldenburgs ist.

Nach mehrfachem Wechsel gab der damals regierende
Graf Anton Günther, 1633 dem
Buchdrucker
Conrad Zimmer die Konzession für die Buchdruckerei und ernannte ihn zum staatlich privilegierten Buchdrucker. Es war lange Zeit der einzige Druckereibetrieb im Oldenburger Land.

Das Jahr der Übernahme mit dem jeweiligen Inhaber der Buchdruckerei:

1633 -
Heinrich Conrad Zimmer, der Gründer
1664 -
Johann Erich Zimmer, Sohn des Gründers
1697 -
Nicolaus Gödjen, Schwiegersohn Zimmers
1707 -
Jacob Nicolaus Adler, zweiter Ehemann der verwitweten Frau Götjen
1743 -
Johann Conrad Gödjen, dessen Stiefsohn
1772 -
Johann Heinrich Thiele, zweiter Ehemann der Frau Götjen. Johann Heinrich Thiele starb 1788.



Gerhard Stalling - Druckerei und Verlag

Am 24. Juli 1789 übernahm der Schulverwalter GERHARD STALLING (*geb. 28. April 1757 in Bergedorf/Delmenhorst + 21. September 1818 in Oldenburg) von der Witwe Thiele die herzogliche Druckerei.
Gerhard Stalling kam bereits 1781 nach Oldenburg und erwarb 1784 die Bürgerrechte. 1783 heiratete er Margarethe Catharine, die Tochter des Buchbinders und Buchhändlers Gerhard Joachim Strohm. Durch ihn ist er mit dem Buchdruckergewerbe in Verbindung gekommen. Als sich dann 1789 die Gelegenheit bot, die Konzession der Herzogliche Druckerei in Oldenburg zu bekommen, griff er zu.
Seine ersten Verlagswerke waren das "Oldenburger Gesangbuch" (1791) und die dreibändige "Geschichte des Herzogthums Oldenburg" von Gerhard Anton von Halem (1794 bis 1796). Außerdem druckte er alle Verordnungen und Gesetze des Herzogtums.




 

Gerhard Stalling



1789

Am 24. Oktober 1789 wurde Gerhard Stalling
von der "Buchdrucker-Gesellschaft" in Leipzig als Mitglied aufgenommen und dadurch als "wirkliches und wahres" Mitglied der Buchdruckerkunst anerkannt. Erst mit diesem Privileg durfte man das Buchdrucker-Handwerk ausüben.


 
1789, das Gründungsjahr der Druckerei Stalling, war ein Jahr großer Ereignisse.
Am 14. Juli 1789 stürmte die Pariser Bevölkerung die Bastille. In Amerika wurde George Washington zum ersten Präsidenten der Republik gewählt. Das Deutschland von 1789 war politisch zersplittert in viele kleine Fürstenstaaten. Oldenburg bietet zu dieser Zeit ein Bild beschaulicher Ruhe. Noch können die Befestigungswälle das kleinstädtische Leben in vorgezogenen Grenzen halten. Vor der Stadt breitet sich weites sumpfiges Gelände aus.


Gerhard Stalling war ein umtriebiger Geschäftsmann und eröffnete 1798 sogar eine Wirt-schaft, den "Grafen von Oldenburg", am Markt (später Hotel Erbgroßherzog). Der Gasthof wurde nach wenigen Jahren wieder verkauft. 1810 erwarb er nach mehreren Umzügen das Grundstück Ritterstraße 4. An diesem Standort blieb das Unternehmen mehr als 150 Jahre.

 



Um sich vom damals schwierigen Papierkauf unabhängig zu machen errichtete er eine Papier-mühle in Aurich. In Ostfriesland durfte er Lumpen sammeln, ein Grundstoff der Papier-herstellung. 1807 wurde hier der erste Bogen Papier gefertigt. Danach gab es Jahre der politischen Unsicherheit und eine Krise: 1818 brannte die Papiermühle ab.


Nach dem Brand der Papiermühle machte sich Gerhard Stalling sofort mit Energie an den Wiederaufbau.
Da traf ein weiteres Unglück die Firma. Bei Aufräumungsarbeiten in der Ritterstraße 4 wurde Gerhard Stalling von einem herabfallenden Stein getroffen. An den Folgen dieses Unfalles starb er am 21.9.1818.



Das Grabmal der Stallings befindet sich auf dem Gertruden-Kirchhof.

Die Inschrift lautet:

Dies Denkmal, das die reinste Liebe setzte,
deckt die Gebeine des Buchdruckers und Papierfabricanten

GERHARD STALLING

den der Tod schnell und ungeahnt im rühmlichen Streben und Wirken ein Ziel setzte, nachdem ein paar Monate früher eine zarte Enkelin im aufblühenden Alter ihm ins ferne Land der Ewigkeit vorangegangen war.




 

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