Die Stalling Bilderbücher
Die Schiffe der Werft
Die "Aventura"
Klosterbrauerei
Brauerei Hoyer
Haslinde-Hoyer-Brauerei
Bavaria St. Pauli Brauerei
Gerhard Stalling, Druck- und Verlag >Seite 2 von 9

Gerhard Stalling hinterließ eine Witwe und zwei Söhne.
Der älteste Sohn, Hermann Christian Stalling, übernahm die Papierfabrik in Aurich (Stallingslust), starb aber bereits 1829. Sein jüngerer Bruder Johann Heinrich Stalling übernahm danach auch die Papiermühle in Aurich. Da traf ein weiteres Unglück das Unternehmen, 1845 wurde die Mühle erneut durch einen verheerenden Brand zerstört.
Als Dampfmaschinenbetrieb wurde sie wieder aufgebaut, aber bald danach verkauft. Sie hatte den Stallings wenig Glück gebracht.
Aber gerade in dieser Unternehmung zeigte sich der kaufmännische Wagemut des Verlagsgründers Gerhard Stalling.
Deshalb blieb die Mühle immer als Firmen- und Verlagssignet bestehen.




 

JOHANN HEINRICH STALLING (*12. Februar 1798 in Oldenburg
+21. Juli 1882 in Gotha) war gerade 20 Jahre alt als er die Leitung der Druckerei und des Verlages übernehmen musste. Um geschäftlich selbstständig arbeiten zu können wurde er erst für volljährig erklärt. Im Alter von 23 Jahren heiratete er Marianne Friederike Catharine, Tochter des Ratsherrn Wiencken. Mit ihr hatte er zwei Söhne, Karl und Heinrich. Im Jahr 1934 starb seine Mutter Katharina Stalling. Um das Andenken seines Vaters zu ehren behielt die Firma den Namen Gerhard Stalling. Johann Heinrich hat es verstanden aus der Buchdruckerei ein kleines Verlagsunternehmen zu machen. 1834 gründete er eine Spielkartenfabrik. Die Spielkarten aus dem Hause Stalling hatten einen guten Ruf weit über die Grenzen des Herzogtums hinaus.




 

Johann Heinrich Stalling

Johann Heinrich Stalling bewies Weitsicht und Mut. Er holte 1822 Carl Senefelder nach Oldenburg, dessen Bruder Alois Senefelder hatte die damals umwälzende Erfindung des Steindrucks gemacht.
Nach Anweisungen Carl Senefelders wurde an der Ritterstraße eine Steindruckerei eingerichtet.
Der Steindruck war ein indirekter Druck und damit der Vorläufer des heutigen Offsetdrucks.
Er ermöglichte bemerkenswerte Farbdrucke in bis dahin nicht gekannter Qualität.

Für den Hochdruck hatte er drei hölzerne Handpressen und erweiterte die Kapazität 1841 um die
erste eiserne Kniehebelpresse. Bereits 1847 kam die erste Schnellpresse der Firma König und Bauer zum Einsatz. Stalling war damit der ältesten Kunden dieser heute noch existierenden Firma.



Mitte des 19. Jahrhunderts - Werbeplakat für die Druckerei Gerhard Stalling, hergestellt im Steindruck.



   
1827 - Der Oldenburgischer Hausfreund, erste Ausgabe   1829 - Der Hausfreund mit neuer Aufmachung   1830 - Neuer Titel, Oldenburger Hauskalender


Der erste volkstümliche Oldenburger Kalender verlegte 1820 die Druckerei Grosse in Varel. Der Kalender hatte Erfolg. 1825 erschien bei Georg Heyse in Bremen ein "Haushaltungskalender" der für das Oldenburger Land bestimmt war. Daraufhin wurde bereits am 12. September 1825 eine Verord-nung erlassen das alle ausländischen (außerhalb des Herzogtums) mit einem Stempel (Zusatzsteuer) von 6 Grote belegt werden. Daraufhin erschien 1927 die erste Ausgabe "Der Oldenburgische Hausfreund oder Volkskalender" gedruckt und verlegt von Johann Heinrich Stalling. 1830 erhielt er den Namen "Der Oldenburgische Hauskalender oder Hausfreund. Bis 1983 dem 157. Jahrgang erschien dieser Kalender bei Stalling. Die Verlagsrechte wurden verkauft. Seit 1984 mit dem 158. Jahrgang erscheint der Hauskalender im Oldenburger Lappan Verlag. Mit der Ausgabe 2014 dem 188. Jahrgang wechselten die Verlagsrechte zum Isensee-Verlag, Oldenburg. Neben dem Hauskalender verlegte Stalling von 1841 noch den "Gesellschafter", einen Volkskalender der bis 1915 erschien.

Unten: Der Wandel der Titelblätter des "Oldenburgischen Hauskalenders":



   
         
   


Neben dem Hauskalender der hier wegen seines hohen Bekanntheitsgrades besondere Erwähnung findet, verlegte Stalling zahlreiche Bücher und Schriften zur Geschichte Oldenburgs. 1843 ging Stalling mit der "Oldenburger Zeitung" unter die Zeitungsverleger. Musste sie aber, wegen der damals sehr erfolgreichen "Nachrichten aus Stadt und Land" aus dem Verlag Scharf, 1917 wieder einstellen.

1882, im Alter von 84 Jahren, stürzte er während eines Urlaubs in einem Hotel in Thüringen.
Er starb am 21. Juli 1882 an den Folgen der Behandlung in einer Privatklinik in Gotha.



Gerhard Stalling, Druck und Verlag >Seite 1 von 9
Gerhard Stalling, Druck- und Verlag >Seite 3 von 9